♠ 2013 – Neues aus Mittelamerika

ARTE: Vom politischen Standpunkt aus gehört der Süden Mexikos nicht zu Zentralamerika. Insgesamt leben auf einer Fläche von etwas mehr als 522.000 km² etwa 43 Millionen Menschen.

Sieben Staaten gehören dazu: Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama. Die meisten der dort lebenden Menschen sind gemischter Abstammung, eine Folge der Vermischung von Indigenen und Menschen europäischer oder afrikanischer Herkunft. In Nicaragua zum Beispiel sind 69 % gemischter, 17 % europäischer, 9 % afrikanischer und 5 % indigener Abstammung.

Neues aus Mittelamerika

Ein weiteres Merkmal der Bevölkerung Zentralamerikas ist, dass die meisten Menschen katholisch sind, in Panama zum Beispiel 75 %, 67 % in Costa Rica. Zu dieser Bevölkerungsvielfalt und der großen Bedeutung des Katholizismus kam es vor allem aufgrund der Geschichte der Region, die jahrhundertelang unter spanischer Herrschaft stand.

Von Menschen besiedelt ist Zentralamerika seit über 13.000 Jahren und es gab dort bedeutende präkolumbische Hochkulturen. Mit der Entdeckung der „Neuen Welt“ durch Kolumbus begann die spanische Eroberung der Region. Im 16. Jahrhundert geriet fast ganz Mittelamerika unter spanische Herrschaft.

Zur politischen Instabilität trugen auch die Vereinigten Staaten bei, die direkt oder indirekt in mehreren Ländern intervenierten. Oft setzten sie ihren Interessen wohlgesonnene Regime ein oder unterstützten sie zumindest, ganz gleich wie autoritär diese waren.

Daraufhin entstanden natürlich Rebellenbewegungen, die die von den USA unterstützten oder eingesetzten Regierungen bekämpften. u. a. in Guatemala und in El Salvador. In El Salvador und Honduras verfügen die USA über Militärstützpunkte. Außerdem gibt es in mehreren Ländern Vertretungen der Drug Enforcement Administration, der US-amerikanischen Behörde zur Drogenbekämpfung.

Im wirtschaftlichen Bereich sind die USA für alle Länder der wichtigste Handelspartner. Sie machten im Jahr 2011 38 % der Warenexporte und 33 % der Importe aus.

Im Drogenhandel nimmt Zentralamerika eine strategische Lage zwischen dem produzierenden Südamerika und dem konsumierenden Nordamerika ein. Die Zunahme des Handels, aber auch des Konsums, führt direkt zu mehr Unsicherheit und Gewalt in der Region und die Länder Zentralamerikas haben die höchsten Mordraten der Welt.

Die im Schatten der USA stehenden zentralamerikanischen Länder finden auf internationaler Ebene wenig Gehör und haben mit großen Problemen zu kämpfen: Gewalt, Drogenhandel, politische Instabilität und Armut. MIT OFFENEN KARTEN untersucht, wie sich diese nur wenig bekannte Region entwickelt.