♠ Die Manipulationstechniken der Medien

Insgesamt sind zur Lenkung der Bevölkerung Techniken vorzuziehen, die nicht nur kurzzeitig wirken, sondern länger anhaltende Effekte haben. In diesem Sinne ist eine Steuerung von Meinungen wichtiger als eine rein affektive Steuerung. Denn Meinungen sind zumeist stabiler als Affekte.

Deklariere Fakten als Meinungen.

In der Haltung, mit Tatsachen so umzugehen, als handele es sich um bloße Meinungen, liegt, wie Hannah Arendt bemerkte, einer der erschreckendsten Aspekte totalitärer Denksysteme.

Diese Technik wird viel von Politikern und Managern in öffentlichen Diskussionen verwendet. Wird etwas als Meinung akzeptiert, dann wird dies in unserem Gedächtnis als Meinung und nicht als Tatsache hinterlegt. Dies funktioniert nur bei Menschen, die selbst noch keinen Gedächtnisinhalt über die diskutierte Tatsache haben.

Wüssten sie schon über diese Tatsache bescheid, dann würden sie den Diskutanten als Lügner bewerten. Ohne ihr Vorwissen werden sie diese für sie neue Tatsachen als Meinung hinterlegen, was bei ihrer eigenen zukünftigen Bewertung als wahr angesehen würde. Sie sind dann einer Lüge aufgesessen.

De-kontextualisiere Fakten

Löse die Fakten aus ihrem eigentlichen Zusammenhang, so daß sie als isolierte Einzelfälle erscheinen.

Die ist besonders in den Hauptnachrichten zu beobachten. Es werden Fakten ohne Zusammenhang vorgetragen, so daß der uninformierte Mensch sie nicht im Gedächtnis abspeichern kann, weil ihm andere Fakten im Gehirn Fehlen, an die er die neue Fakten anknüpfen kann.

Das Gedächtnis des Menschen funktioniert assoziativ. Alle neue Informationen müssen an alte Informationen angeknüpft werden, sonst können sie nicht erinnert werden. Wenn sie nicht erinnert werden können, können wir sie auch nicht bei einer Bewertung einer neuen Wahrnehmung mit in Betracht ziehen.

Fragmentierung der Fakten

Fragmentiere die Darstellung eigentlich zusammenhängender Fakten so, dass der Sinnzusammenhang verloren geht.

Es funktioniert ähnlich wie bei  De-kontextualisiere Fakten. Mehrere Einzelereignisse, die zu einem einzigen Vorgang gehören, wie zum Beispiel bei einer gewalttätigen Demonstration, werden getrennt,  vielleicht sogar zeitlich getrennt berichtet, so daß der direkte Zusammenhang der Einzelereignisse vom Zuschauer oder Leser nur schwer zu durchschauen ist.

Re-kontextualisiere Fakten

Bette die Fakten so in einen neuen, mit positiven Begleitvorstellungen versehenen Zusammenhang ein, dass sie ihren ursprünglichen Sinnzusammenhang und ein damit möglicherweise verbundenes moralisches Empörungspotential verlieren.

Unangenehme oder wirklich verstörende Ereignisse wie Krieg oder Folter werden der Bevölkerung als unbedingt notwendig für die Nationale Sicherheit dargestellt. Jeder darf ja in Selbstverteidigung für seine eigene Sicherheit töten. Und schon braucht man sich nicht zu empören.